Die Silberliberty



Mit der Münze Silberliberty, die Sie hier abgebildet sehen, wollten wir eigentlich an eine Entwicklung anknüpfen, die Bernard von Nothaus schon 1998 in USA angestoßen hat, mit seiner Firma Norfed und dem American Liberty Dollar, wie er heute heißt.

Norfed bietet ein komplettes privates Geldsystem auf der Basis von Gold und Silber an, mit Münzen, Papiernoten, Girosystem, Debitkarten und sogar Schecks. Auf der Libertydollar Website können Sie alles nachlesen und ansehen.

Mit ein paar Geschäftsfreunden zusammen habe ich Münzen prägen lassen, eben die Silberliberty, um ein gleichartiges System hier aufzubauen. Der Grundgedanke war, die Vorderseite mit dem Kopf der Freiheitsstatue immer gleich zu machen und die Rückseite mit dem Logo des jeweiligen Kaufmannes zu versehen, der die Münze ausgibt. Das Geschäftsmodell sollte so aussehen, dass der Kaufmann die Münze
selbst für 15 Euro kauft, sie für 18 Euro an seine Kunden verkauft und die Kunden im Wert von 20 Euro, wie auf der Münze aufgeprägt, bei ihm einkaufen können. Das Geschäftsmodell würde sicher auch heute noch funktionieren und vielleicht sogar besser als die jetzt überall neu entstehenden privaten Regiogelder.

Junge Unternehmer könnten sich mit solchen edelmetallgedeckten Regionalwährungen eine Existenz aufbauen. Allerdings sollte auf die Münzen keine Zahl mehr aufgeprägt sein. Als wir die Münzen im Jahr 2002 prägen ließen stand Silber noch unter 7,50 Dollar pro Unze und auf den Münzen von Norfed war noch die Zahl 10 Dollar aufgeprägt. Norfed kündigte damals schon an, sobald Silber über 7.50 Dollar pro Unze steigt, werden neue Münzen mit 20 Dollar geprägt.

In Vorwegnahme dieser Entwicklung haben wir gleich 20 aufprägen lassen. Allerdings ist der Silberpreis doch nicht so schnell gestiegen, wie wir gedacht hatten, so dass wir praktisch 3 Jahre nicht starten konnten, weil die Münzen für 20 Euro nicht verkaufbar waren.

Einer der Partner hatte in weiser Voraussicht eine 10 aufprägen lassen und die Münzen für 9 Euro an seine Kunden verkauft, die für 10 Euro Brötchen dafür kaufen konnten. Aber so richtig ist die Sache nicht in die Gänge gekommen. Die aufgeprägte Zahl macht das Ganze zu starr und
unbeweglich. Sie ist auch gar nicht nötig. Die Zahl ist eigentlich nur ein Zugeständnis an die Gewohnheit der Menschen, Geld mit einer aufgedruckten Wertangabe zu verwenden. Inzwischen würde ich gar keine Zahl mehr aufprägen, so wie es Phönix Dollar macht, die jetzt ein ähnliches Geldsystem anbieten wie Norfed.

Wie dem auch sei, ein regionales Geldsystem nach diesem Modell hätte sicher immer noch gute Chancen, wobei man als Deckung nicht die Handelswaren der Kaufleute nimmt, wie es die Freigeldanhänger machen, sondern eben die Silbermünzen, die viel marktgängiger sind und deshalb viel leichter in Umlauf zu bringen sind.

Allerdings liegt die Zukunft des Geldes sicher nicht in der Rückkehr zu Edelmetallmünzen. Das Modell kann allenfalls ein didaktischer Zwischenschritt sein, um die Menschen wieder an den monetären Gebrauch von Edelmetallen heranzuführen.

Die Zukunft dürfte eher bei den Digital Gold Currencies (DGC) liegen, wie e-gold und GoldMoney. Bei diesem Modell liegt das Edelmetall sicher in einem Lagerhaus und es werden nur Teile davon giral bzw. digital übertragen, ähnlich wie man auch von einem Konto Euro auf ein anderes Konto überträgt. Das Gleiche was PayPal mit fiat money macht, geschieht bei den DGC mit Edelmetall.

Unter Privatgeld werden Sie Hinweise über die Entwicklung dieser DGC finden und wie Sie in ein solches digitales Edelmetallsystem einsteigen können.

Es wird also keine neuen Silverlibertys mehr geben, sofern nicht jemand Anderes den Gedanken aufgreifen will, ohne eine aufgeprägte Zahl. Unsere vorhandenen Bestände verkaufen wir als Sammlerobjekt. Die Silverliberty ist immerhin der erste zaghafte Versuch, in Deutschland nach über 100 Jahren wieder privates Silbergeld einzuführen. In Anbetracht der geringen Auflage könnte die Silverliberty sogar zu einer echten Sammlerrarität werden.